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Geschützter Bereich:
Kinderheim

Schon viel hatten wir gehört von "Patricia und ihren Kindern".  Neben den Fakten, die im Bericht von "Helfen in Partnerschaft"  beschrieben werden, hatten wir von einzelnen Raktionen gehört, wie: Ein erwachsener Geschäftsmann brach in Tränen aus, Menschen haben ihre Taschen geleert um alles da zu lassen was sie im Moment bei sich hatten usw. So waren wir voller Erwartung auf diesen Besuch.

Nach der Fahrt über ca. 2 km Hoppelpiste, abseits der Haupt-strasse erreichen wir das recht große Grundstück mit einem schönen Haus. Wie wir später erfahren, müssen die Kinder diese Strecke oft zu Fuß gehen.

 Unglaublich, was sich im Innern dieses Hauses abspielt:

 

 

Hier leben inzwischen 175 Kinder, jedes einzelne mit einer Lebensgeschichte, die für uns unvorstellbar ist. Die Böden sind blitzblank, nicht ein Krümel ist zu sehen. Das Heim zeigt sich uns als "kleines" Unternehmen. Großes Organisationstalent muß er-forderlich sein, um diesen "Betrieb" am Laufen zu halten - und das OHNE Angestellte.

  

Hier einige Beispiele:

Jedes Kind ab ca. 12 Jahren hat neben den täglichen Heraus-forderungen im Haushalt, dem Schulbesuch und den Schularbeiten die Aufgabe "Mama" oder "Papa" für 6 kleine Kinder zu sein. D. h. es hat darauf zu achten, dass die Kinder essen, sich waschen, sich frisch anziehen, vor der Schule gekämmt werden und für die Schule lernen.

 

 

Wie kommt die Wäsche nach dem Waschen wieder zum Eigentümer? Jeder "Elternteil" hat einen Eimer mit seinem Namen, in den die Schmutzwäsche seiner kleinen Familie kommt. Nach dem Waschen sind sie dann verantwortlich für das Trocknen, Zusammenlegen und in den Schrank räumen der Wäsche. Die Schränke sind zwar überfüllt, da in einem Raum bis zu 50 Kinder schlafen, aber die Kleider liegen akribisch genau zusammengelegt aufeinander, die schuhe stehen in Reih und Glied, alles ist überaus ordentlich und sauber.

     

Und trotz der perfekten organisatorischen Abläufe treffen die Umstände, die hier herrschen, ins Herz:

Fensterscheiben, die zu Bruch gegangen sind, wurden mit Plastiktüten geflickt

In einem Bett schlafen 2 - 3 Kinder, die Schlafräume sind überfüllt, es schlafen in einem ca. 40 m² großen Raum bis zu 40 Kinder

Privatbereich jat jedes Kind auf einem Drittel Bett, das ist alles, hier sind teilweise Kuscheltiere zu finden

Der Speisesaal ist zu klein für alle, so wird in 3 Schichten hintereinander gegessen.

        

 

 

 

Wie kommt Patricia eigentlich zu dem Essen für 175 Kinder ? Auf diese Frage wurde mit einem Lächeln geantwortet: "Gott versorgt uns!"

Konkret sieht das so aus, dass, neben finanzieller Unterstützung, am Ende des Tages oft Autos von Supermärkten oder Lebensmittelgeschäften kommen, die das vorbeibringen, was nicht mehr verkauft werden kann.

Die Jugendlichen schneiden dann beispielsweise die fauligen stellen einer Frucht weg und dann wird diese verwendet.

 

Ein Glaubensprojekt, dem alle Hochachtung gehört. Für 175 Kinder die Verantwortung zu übernehmen, ohne deren Versorgung gewährleistet zu wissen.

Wie lange dürfen die Kinder eigentlich hier wohnen bleiben?

 

Auf diese Frage antwortete uns ein vielleicht 16-jähriges Mädchen etwa so: "Das hier ist unsere Familie und in Paraguay zieht man erst bei der Familie aus, wenn man heiratet."

Drei von ihnen sind bereits ausgezogen, da sie geheiratet haben. Durch diese Vorgehensweise kommt für uns das Herz zum Ausdruck, das hinter all der Organisation steckt.

     

Das Heim wächst kontinuierlich und die Wohn- und vor allem Schlafmöglichkeiten sind wirklich mehr als erschöpft. Deshalb haben wir uns gefreut zu sehen, dass hinter dem Gebäude ein neues Gebäude errichtet wird.

Nach einer Spende aus Deutschland konnte mit dem Bau begonnen werden. Dieses Projekt läuft unter der Mitverantwortung von "Jesus Responde" und wird ohne die Einrichtung umgerechnet ca. EUR 100.000 kosten. Die Finanzen für das Fundament und einige Schlafräume sind bereits vorhanden.

Es ist der Wunsch des Verantwortlichen Hans Rahn, das Haus noch in diesem Jahr ganz fertig zu stellen, er würde sich wünschen auch bei der Inneneinrichtung finanziell noch helfen zu können.                     

Wir sind wirklich tief bewegt über diese Arbeit und über das Leben von Patricia. Eine Frau, die alles aufgibt und ihr ganzes Leben diesen Kindern und somit ihrer Berufung schenkt. Keine eigene Wohnung, in die man sich nach Feierabend zurückziehen kann, keine 40-Stunden-Woche, kein Urlaub, kein Luxus, keinerlei Sicherheiten.

Wären wir zu einem solchen Opfer bereit? Folgen wir unserer Berufung mit einer solchen Hingabe?

Wir haben einen Gott der lebt und zu seinem Wort steht und der es Wert ist, dass wir ihm vertrauen und uns ihm ganz hingeben!

                                                                                  Tamara Kraus  

 

 

 

 

 

  



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