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"Mensch, hilf dir selbst!" So lautete meine Devise, die ich als Jugendlicher entwickelt hatte und der ich bis in die ersten Jahre meines Studiums treu blieb. Von Hause aus eher ein offener und fröhlicher Mensch, neigte ich dazu – besonders in bierseliger Gesellschaft – der witzige Mittelpunkt zu sein. Andererseits war ich innerlich betroffen von der Sorglosigkeit unserer Gesellschaft, dem Krieg, der sozialen Ungerechtigkeit und der Zerstörung unseres Planeten.

So glaubte ich, dass der Mensch sein Schicksal selbst in die Hände nehmen müsse und freundete mich immer mehr mit politisch manchmal grünem, manchmal rotem Gedankengut an. Ich verweigerte erfolgreich den Kriegsdienst, konnte aber die Zivi-Stelle nicht antreten, da ich krank wurde. Gerade mal 19 Jahre jung, erhielt ich die niederschmetternde Diagnose: Krebs.

Plötzlich war mir die Welt nicht mehr so wichtig: Jetzt ging es um Leben oder Tod. Welchen Sinn macht das alles? Was kommt "danach"? Nach etlichen Operationen und Chemotherapien wurde ich ein halbes Jahr später aus der Behandlung entlassen – glatzköpfig und abgemagert, aber mit einer guten Aussicht auf Heilung.

Aufgepäppelt durch eine Kur und Mutters Kochkünste, zudem gestärkt und ermutigt durch liebe Menschen, verließ ich in weiterer Folge meine niederrheinische Heimat, um in Tübingen Biologie zu studieren. Dort wollte ich etwas Neues anfangen und mein wieder erlangtes Leben genießen. Sehr bald hatte ich einige Freunde gefunden. Unter anderem Gernot, der mir von Gott erzählte. Von Gottes Liebe, von Seinem Sohn, der am Kreuz für unsere Schuld gestorben, aber wieder auferstanden sei. Durch den wir, wenn wir nur glauben, errettet werden und ewiges Leben haben. Der uns  vor der ewigen Hölle rettet, wenn wir zu Ihm rufen. Dessen Blut uns von unseren Sünden reinigt. Der dem Tod den Schrecken nimmt.

Als ich das hörte, rebellierte alles in mir. Jesus, der einzige Weg zum Vater? Was soll der Unsinn? So etwas Intolerantes! Es ist doch egal, wenn man etwas anderes oder gar nichts glaubt.  Und  überhaupt: Schuld. Ich fühlte mich nicht schuldig. Ich war doch o.k., tat niemandem etwas Böses. Mein Verstand wollte das alles nicht wahrhaben, aber mein Herz wurde immer mehr berührt.

Als ich dann das Buch "Jesus unser Schicksal" von Pfarrer W. Busch las, wurde mir plötzlich ganz klar: Ich muss Jesus in mein Leben rufen. Das war zunächst völlig unspektakulär: Jesus, Jesus, Jesus habe ich gesagt; und auch gemeint. Und dann plötzlich habe ich eine solche Freude und einen so tiefen Frieden verspürt wie nie zuvor. Auf einmal war Jesus Realität. Er lebt ja wirklich! Jetzt wusste ich, dass ich errettet war und Gott gehörte, obwohl Er noch vieles in meinem Leben in Ordnung bringen musste. Heute schäme ich mich für viele Dinge, die ich getan habe. Aber ich tat Buße und Gott vergab mir. Mein Gewissen wurde rein.

Im Laufe der Zeit erkannte ich mehr und mehr, dass ich nicht aus eigener Kraft die Gebote Gottes halten kann. Er gab mir seinen Heiligen Geist, damit ich so leben kann, wie es Ihm gefällt. "Sein Reich ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist."  (Römerbrief 14,17)

Nach dem Biologiestudium absolvierte ich ein theologisches Fernstudium als Vorbereitung auf den Pastorendienst und seit 2004 bin ich als Pastor im Christlichen Zentrum angestellt.

Ich bin Jesus für alles dankbar. Mittlerweile lebe ich seit 14 Jahren ohne Krebs und es geht mir sehr gut. Gemeinsam mit meiner Frau Susanne freue ich mich auf das, was in der Zukunft vor uns liegt. Über eines bin ich mir im klaren: Ich will nur noch zu Seiner Ehre leben!

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